Die Kölner Ampelfrauen


Berlin hat seine Ampelmännchen, Bonn seinen Beethoven, selbst Wesel hat seinen Esel - und Köln hat nichts? Falsch! Gleich an zwei Kreuzungen in Ehrenfeld geben kleine "Ampelfrauen" mit Röckchen und Pferdeschwanz den Fußgängern vor, ob sie warten müssen oder die Straßenseite wechseln dürfen. Den Anstoß dafür gab 2009 die SPD-Frau Petra Bossinger,  die mit der von ihr selbst finanzierten Aktion an die Einführung des Frauenwahlrechts erinnern und ein Zeichen für die Gleichberechtigung der Geschlechter setzen wollte. Statt auf Zustimmung zu stoßen musste sie sich in der Bezirksvertretung heftige Kritik über sich ergehen lassen.  CDU-Bezirksvertreter Karl Barthel war sogar der Meinung, man habe Wichtigeres zu tun als sich mit "solchem Kokolores" zu beschäftigen.  Die Ausnahmeregelung hat nicht nur bis heute Gültigkeit, sondern ist 2014  noch  einem weiteren Ehrenfelder Straßenübergang umgesetzt worden. Passanten, die an der Kreuzung Ehrenfeldgürtel/Fridolinstraße auf Höhe der KVB-Haltestelle "Subbelrather Straße" die Fahrbahn kreuzen wollen, werden auch hier nicht von den geschlechtsneutralen Originalen, sondern von eindeutig weiblichen Piktogrammen sicher über die Straße geführt.  Erneut war die Bezirks-SPD für diese Initiative verantwortlich, die zusammen mit dem Verein "Lobby für Mädchen" die Umgestaltung anlässlich des Weltmädchentages durchführte.  Ziel der Aktion war es, die Wahrnehmung von Frauen und Mädchen zu stärken.  Ob ihnen das gelungen ist, bleibt ungewiss:  Symbole, an Fußgängerampeln unterliegen dem Schicksal, gern einmal ignoriert zu werden...