Guidemichael´s Blog

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Den Geheimnissen Kölns auf der Spur

Am 04.08.2021 veröffentlichte der "Rhein-Sieganzeiger" (Lokalausgabe des "Kölner Stadtanzeiger") den nachfolgenden Artikel, der anschaulich über mein Buch und dessen Entstehung berichtet.


"Köln auf den zweiten Blick" - Meine erstes Buch ist da!

Der Beginn eines Jahres ist für Stadtführer eine Saure-Gurken-Zeit, da sich das Interesse an unseren Touren bis etwa Ostern in Grenzen hält.  Um die "Winterpause" des Jahres 2020 zu überbrücken, hatte ich daher erste Überlegungen angestellt, einige Geschichten über weniger bekannte Highlights in Köln aufzuschreiben. Bei einem Eintagesseminar in einer Schreibwerkstatt holte ich mir erste Tipps für die Arbeit eines Autors, ansonsten hatte ich keine Ahnung, wie "Buch" geht. Erste Erkenntnis nach einigen Schreibversuchen: es ist ein gewaltiger Unterschied, sich vor eine Gruppe zu stellen und seine Geschichten zu erzählen als sie in Worte zu fassen, die unabänderlich schwarz auf weiß aufgeschrieben sind.  Das Ringen nach Formulierungen erwies sich als anstrengend und zeitaufwendig, was ich völlig unterschätzt hatte, aber es machte Spaß, die ersten Kapitel zu schreiben und das eigene Werk wachsen zu sehen.

Nach und nach füllte sich auch mein Auftragsbuch wieder.  Bis in den Mai, Juni hinein lagen schon einige Buchungen vor - dann kam Corona und der erste Lockdown. Die Stornierungen flatterten erst zögerlich, dann massiv ins Haus, letztlich hatte ich eine Zwangspause von drei Monaten, in denen ich meiner geliebten Tätigkeit als Stadtführer und Kulturbotschafter der Stadt Köln nicht nachgehen gehen konnte. Aber ich hatte ja jetzt Zeit für mein Schreibprojekt - und legte richtig los. Die Buch- und Internetrecherchen erweiterte ich um Besuche in Bibliotheken und zahlreiche persönliche Gespräche mit interessanten Menschen, die mir Zutritt in ihre Welten erlaubten und mit ihren Geschichten in großem Maße zum Gelingen des Buches beigetragen haben.  Darüber hinaus war ich unzählige Male  mit meiner Kamera in Köln, immer auf der Suche nach passenden Motiven zu meinen Kapiteln. 

Als etwa zwei Drittel der geplanten Kapitel fertig waren, habe ich mich auf die Suche nach einem Verlag gemacht. Nächste Erkenntnis: ein Buch zu schreiben ist eine Sache, es zu verkaufen eine andere. Ich hatte inzwischen gelernt, dass ein Buch für den ersten Kontakt nicht fertig geschrieben sein muss; einige Probekapitel reichten aus. Neu war  für mich, dass sie von einem "Exposé" begleitet sein mussten, das neben den Autorendaten und der  Inhaltsangabe noch Auskunft zum Beispiel über die geplante Zielgruppe, eine Konkurrenzanalyse und die angepeilte Zielgruppe gibt.  Die ersten Versuche trafen offenbar nicht die Erwartungen der Verlage, denn sie endeten mit höflich formulierten Absagen ("Ihr Projekt passt leider nicht in unser Verlagsprogramm"). Ich habe mich aber nicht entmutigen lassen, meine Exposés weiter optimiert und schließlich vom Klartext-Verlag in Essen eine Zusage und einen Autorenvertrag  bekommen. Mensch, war ich stolz!. Ich stamme aus dem Ruhrgebiet und fand es deshalb interessant, dass das Buch in meiner alten Heimat verlegt wird und nicht in Köln.  Ich habe allerdings nicht eine einzige Reise in die Ruhrmetropole gemacht, denn das ganze Projekt wurde auch wegen der Corona-Situation online abgewickelt.  Große Mengen an Text- und Fotodateien wurden per Mail und wetransfer von meinem Küchentisch auf die Festplatten des Verlages transferiert. Diese wurden im Dezember Ziel eines Hackerangriffs, von dem auch mein Buchprojekt betroffen war. Es dauerte mehrere Monate, bis alles wiederhergestellt war und die abschließenden Feinarbeiten per telefonischem Zuruf durchgeführt werden konnten.

Nach anderthalb Jahren Vorbereitung habe ich jetzt mein Buch zum ersten Mal in den Händen gehalten - und ich bin unfassbar stolz. Ich hatte ohne  Vorbereitung und Plan ein Reise angetreten, von der ich nur das Ziel kannte, aber nicht den Weg, um dort hinzukommen. Ich hatte das große Glück, unterwegs die richtigen Menschen zu treffen, die mich unterstützt und ermutigt haben, wenn einmal "Hängen im Schacht" angesagt war.  Der Klartext-Verlag hat meine Texte/Fotos in wunderbarer Weise umgesetzt und es bleibt die Hoffnung, dass die ganze Mühe nicht umsonst war.

 

 

 


Michael Markolwitz

"Köln auf den zweiten Blick"

Klartext-Verlag/Essen

ISBN 9 783837 523553

€ 18,95

Das Fossilienpflaster

Wenn Sie als Einwohner oder Besucher der Domstadt im Bereich der Altstadt unterwegs sind lohnt es sich, einen Blick auf das Straßenpflaster zu werfen. Sie werden nicht nur hässliche Kaugummireste finden, sondern auch - und das manchmal haufenweise - kleine runde Einschlüsse, wie auf dem Foto nebenan zu sehen. Besonders im Bereich des neu angelegten Kurt-Hackenberg-Platzes sind diese zahlreich zu finden. Und was hier im wahrsten Sinne des Wortes von den Passanten – also von Ihnen und mir - mit Füßen getreten wird, hat vor fast 400 Millionen Jahren einmal in einem tropischen Meer gelebt: Es sind versteinerte Seelilien, also echte Fossilien.

Wir verdanken diesen ungewöhnlichen Anblick dem „Gestaltungshandbuch – Gesamtstrategie für den öffentlichen Raum der Stadt Köln“. Weil die Grauwacke ortstypisch ist und einen „gehobenen Standard“ repräsentiert, gibt es für weite Bereiche der Innenstadt vom „Dezernat Stadtentwicklung, Bauen und Planen“ die Vorgabe, einheitlich diesen Stein zu verwenden. 

Ortstypisch heißt in unserem Fall auch, dass der Stein lokal abgebaut wird. In der Region um Lindlar nördlich von Köln wird er noch heute in drei Betrieben gebrochen. Auf die heutige Karte übertragen erstreckte sich hier vor etwa 350 Millionen Jahren (im Devon, wie die Geologen sagen) ein etwa 40 Meter tiefes, warmes Urzeitmeer. Durch Flüsse aus den angrenzenden Landmassen wurde sandiger und toniger Abtragungsschutt in großen Mengen in dieses Meer verfrachtet. Eine Schicht legte sich über die andere bis diese so mächtig waren, dass sie sich unter ihrem eigenen Druck verfestigten. So entstand das Sedimentgestein, das unter der Bezeichnung „Grauwacke“ vermarktet wird.

In diesem Urmeer lebten die Seelilien. Die Bezeichnung ist irreführend, denn die Rede ist nicht von Pflanzen, sondern von Tieren aus der Familie der Stachelhäuter, die mit Seesternen und Seeigeln verwandt sind. Beim Skelett der prähistorischen Seelilie handelte es sich um ein kalkiges Innengerüst aus vielen einzelnen Segmenten, das durch eine organische Hülle zusammengehalten wurde. Die Wurzel diente der Fixierung am Meeresboden, die Fangarme am oberen Ende der Nahrungsaufnahme.

 

 

 

Von Berengi - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.,

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3367143

Starb die Seelilie ab, verweste das organische Material, aber die knöchernen Skelettsegmente blieben erhalten, versanken im Sediment und versteinerten zusammen mit ihm. Wenn heute in den Steinbrüchen rund um Lindlar die Grauwacke geschnitten und, wie in unserem Fall, zu Gehwegplatten verarbeitet wird, kommen sie als kleine runde Einschlüsse wieder zum Vorschein. Das sind die kleinen Kringel, die Sie heute im Kölner Straßenpflaster, zum Beispiel am Kurt-Hackenberg-Platz, sehen können.

Die Kölner Ampelfrauen


Berlin hat seine Ampelmännchen, Bonn seinen Beethoven, selbst Wesel hat seinen Esel - und Köln hat nichts? Falsch! Gleich an zwei Kreuzungen in Ehrenfeld geben kleine "Ampelfrauen" mit Röckchen und Pferdeschwanz den Fußgängern vor, ob sie warten müssen oder die Straßenseite wechseln dürfen. Den Anstoß dafür gab 2009 die SPD-Frau Petra Bossinger,  die mit der von ihr selbst finanzierten Aktion an die Einführung des Frauenwahlrechts erinnern und ein Zeichen für die Gleichberechtigung der Geschlechter setzen wollte. Statt auf Zustimmung zu stoßen musste sie sich in der Bezirksvertretung heftige Kritik über sich ergehen lassen.  CDU-Bezirksvertreter Karl Barthel war sogar der Meinung, man habe Wichtigeres zu tun als sich mit "solchem Kokolores" zu beschäftigen.  Die Ausnahmeregelung hat nicht nur bis heute Gültigkeit, sondern ist 2014  noch  einem weiteren Ehrenfelder Straßenübergang umgesetzt worden. Passanten, die an der Kreuzung Ehrenfeldgürtel/Fridolinstraße auf Höhe der KVB-Haltestelle "Subbelrather Straße" die Fahrbahn kreuzen wollen, werden auch hier nicht von den geschlechtsneutralen Originalen, sondern von eindeutig weiblichen Piktogrammen sicher über die Straße geführt.  Erneut war die Bezirks-SPD für diese Initiative verantwortlich, die zusammen mit dem Verein "Lobby für Mädchen" die Umgestaltung anlässlich des Weltmädchentages durchführte.  Ziel der Aktion war es, die Wahrnehmung von Frauen und Mädchen zu stärken.  Ob ihnen das gelungen ist, bleibt ungewiss:  Symbole, an Fußgängerampeln unterliegen dem Schicksal, gern einmal ignoriert zu werden...


N12: Ein Stück der römischen Wasserleitung in der Zeughausstraße

Es ist nur 1,64 Meter lang, bringt beachtliche 6 t Gewicht auf die Waage und hört auf die amtliche Bezeichnung N12. Gemeint ist ein Teilstück der antiken Wasserleitung,  über die sich die römischen Gründer Kölns mit exzellentem Wasser aus der Eifel versorgten. Beim Neubau der B256 N in Hürth-Hermülheim musste 2016  ein Teilstück des antiken Bauwerks weichen,  es landete aber nicht auf der Deponie, sondern  wurde in 28 Teilstücke zersägt und an Gemeinden, Firmen, Verbänden und Privatpersonen weitergegeben. Darunter war auch N12, dass seit kurzem vor dem Sitz des Regierungspräsidenten in der Zeughausstraße aufgestellt wurde.


Die römische Wasserleitung wurde, wo immer möglich, aus Frostschutzgründen im Erdreich verlegt. Sie bestand im unteren Teil aus einem U-förmigen Profil aus Römerbeton ("opus caementitium"),  darauf wurde ein Gewölbe gesetzt (linkes Foto). Die Gesamthöhe des ausgestellten Teilstücks beträgt 1,20 Meter.  Gegen Wasserverluste wurde auf die inneren Kanalwangen eine Schicht "opus signinum" augetragen. Auf dem Foto in der Mitte ist sie als rosa Linie zu erkennen. Die Farbe rührt von den Ziegeln, die, fein gerieben, für seine Herstellung verwendet wurden. Mit der Zeit lagerte sich der im Wasser enthaltene Kalk auf den Wangen ab. Diese  schichtweisen Aufsinterungen zeigen sich besonders deutlich an der rechten unteren Ecke des Exponats.


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Finkens Garten - Das grüne Klassenzimmer

Der unablässige Verkehrsstrom der Autobahn A4  ist das einzige, was in einem grünen Paradies in Köln-Rodenkirchen an die Zivilisation erinnert. Im Jahr 1993 übernahm die Stadt Köln das Gelände der ehemaligen Baumschule von Ernst Finken, der Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts einer der führenden Landschaftsarchitekten in Deutschland war. In Köln war er an der Gestaltung des Volksgartens, des Zoos und dem Botanischen Garten (Flora) beteiligt,  deren Gartendirektor er von 1891 bis 1896 er war. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren wurde hier ein Konzept entwickelt, die diesen Ort zu einer Naturerlebnis- und erfahrungsstätte für Kinder im Vorschulalter und Erholungssuchende gemacht hat.


In diesen Gebäuden lebte und wirkte Ernst Finken: links das  ehemalige Wohnhaus der Familie, in der Mitte das "Packhaus", in dem die Stauden versandfertig gemacht wurden und rechts das Gehilfenhaus, in dem die Mitarbeiter wohnten. Alle drei Häuser werden heute noch für Verwaltung, für Schulungen , vom Naturschutz (NABU) und vom  Kolping-Bildungswerk genutzt.


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Der kleine Papst am Kölner Dom

Herzliche Einladung zu einem Suchspiel am Kölner Dom:  Finden Sie Papst Franziskus am Kölner Dom. Das wird keine leichte Aufgabe, denn die Figur ist nur etwas größer als ein halbes Kölsch-Glas. Den Suchbereich engen wir auf den Ort ein, durch die meisten Besucher das Gotteshaus betreten - das Hauptportal.


Dort lächelt Papst Franziskus aus luftiger Höhe den Besuchern entgegen, und wer genau hinschaut, kann ihn erkennen.  Auf der rechten Seite des Portals ist über der rechten der dort aufgestellten Figuren ein neuer Baldachin angebracht worden. Er ist leicht an der hellen Farbe zu erkennen. Der dargestellte Heilige hält ein Horn in der Hand. Wenn Sie jetzt einen halben Meter nach oben schauen können Sie den kleinen Papst erkennen.


Die Auflösung --->

 

Viel Spaß beim Suchen!

Was blüht denn da?

Im zeitigen Frühjahr sind die Bäume noch ohne Laub, so dass die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auch die Pflanzen auf dem Waldboden erreichen können. Einige Pflanzen nutzen diesen Umstand, um mit ihren Blüten die ersten Insekten anzulocken und  in dieser kurzen Zeit die Vermehrung für das kommende Jahr sicherzustellen. Auf dem Waldboden dominieren dann die Farben weiß, violett/rosa und gelb.  Schauen wir uns an, was Sie jetzt bei einem Waldspaziergang, z. B.  im Siebengebirge, am Wegrand finden können.


Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) ist ein typischer Frühblüher, der 15-25 cm hoch wird und ausgedehnte Teppiche, vorzugsweise in Laub- und Nadelwälder bildet.


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Nix für schwache Nerven - Skywalk Rabenlay


Seit gut zwei Jahren gibt es ihn nun, den "Skywalk" an der Rabenlay im nördlichen Teil des Siebengebirges. Wie ein Adlerhorst klebt die weithin sichtbare Aussichtsplattform an der Kante der ehemaligen Basaltsteinbrüche und bietet spektakuläre Ausblicke auf das Siebengebirge und die ehemalige Bundeshauptstadt.


Im Gegensatz zu den anderen Aussichtspunkten an dem parallel zur Abbruchkante verlaufenden Wanderweg (Rheinsteig, blau-weiße Markierung) bietet der 9,35 lange Steg die Möglichkeit zu einem senkrechten Blick in die Tiefe.  Die Konstruktion besteht aus einem 300 kg schweren Ausleger, der Boden und das Geländer sind mit Holz belegt. Hintergrund ist die Absicht der Erbauer, möglichst natürliche Materialien zu verwenden.  Die Plattform ist solide gebaut und vermittelt dem Besucher ein Gefühl von Sicherheit. Wer sich dennoch nicht traut, sie zu betreten, kann von einer Bank auf sicherem Boden den  Ausblick genießen.


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Datis Nepis Potus Colonia - Das RGM im Belgischen Haus

Das in die Jahre gekommene Römisch-Germanische Museum am Roncalli-Platz wird in den nächsten Jahren einer Generalsanierung unterzogen. Damit die Domstadt und ihre Besucher nicht ganz auf die dort präsentierten römischen Schätze verzichten müssen wurde im Belgischen Haus, Cäcilienstrasse 46, eine kleine, gleichwohl hoch interessante Sonderausstellung mit wichtigen Stücken eingerichtet. Das RGM ist bereits zum zweiten Mal hier zu Gast, gab es doch in diesen, dem Kulturaustausch zwischen Belgien und Deutschland gewidmeten Räumlichkeiten bereits 1966 eine Veranstaltung über "Das römische Tongeren". Die Öffnungszeiten sind dem obigen Foto zu entnehmen, der Eintritt beträgt € 6,--. 

Ein Teil der Exponate wird im Schaufenster präsentiert, so dass Passanten schon im Vorübergehen einen kurzen Einblick in die römische Geschichte Kölns bekommen können (linkes Bild).  Im Belgischen Haus werden zwei Etagen für die Ausstellung genutzt. Das mittlere Foto zeigt einen Teil der Glasabteilung im Obergeschoss, das rechte einige Grabmale im Parterre.


Nach einem Besuch habe ich für Sie die folgende, nicht vollständige Auswahl einiger bemerkenswerter Ausstellungsstücke zusammengestellt:

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Maranello in Köln

Eingefleischte Ferraristi werden es wissen: die roten Renner ihrer Lieblingsmarke werden in dem kleinen Städtchen Maranello in der Nähe von Modena gebaut, dort, wo der Pfarrer nach jedem Sieg der Scuderia Ferrari die Glocken läutet. In der Nähe des Werkes gibt es ein Museum, in dem die ruhmreiche Firmen- und Renngeschichte anhand zahlreicher Modelle dokumentiert ist. Gemäß Google Maps liegen zwischen dem Kölner Dom und Maranello etwa 1.040 km und ca. 10 Stunden Fahrzeit. Wer sich diesen Aufwand sparen und trotzdem jede Menge Formel-1-Geschichte sehen möchte, der ist in Köln am Butzweilerhof bestens aufgehoben.


Links: das Eingangsgebäude, Mitte und rechts:  die Angebote der Oldtimer-Händler, auf dem rechten Foto ganz rechts eine Galerie mit gläsernen Parkboxen, die für hochwertige Fahrzeuge angemietet werden können


Seit Juni 2018 gibt es auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Butzweilerhof, gleich in der Nähe von IKEA und der JVA Ossendorf die Rheinlandfiliale der MOTORWORLD mit angeschlossenem Hotel und diversen Event-Locations. Zu dem Komplex gehören weiterhin Niederlassungen von Nobelmarken wie Bentley und Lamborghini sowie verschiedener Händler für hochwertige Oldtimer. Die Preise vieler dieser Fahrzeuge, die hier ausgestellt sind und zum Verkauf angeboten werden liegen im sechsstelligen Bereich, besondere Preziosen verstecken sich hinter einem geheimnisvollen "Preis auf Anfrage". Besonders Porsche und Mercedes sind prominent vertreten.

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Melaten op französisch

Den schönsten, wenn auch nicht größten Friedhof haben die Kölner den Franzosen, namentlich Napoleon zu verdanken. Der hat nämlich 1804 ein Dekret erlassen, wonach innerhalb Frankreichs nicht mehr in Dörfern und Städten beerdigt werden darf. Und weil Köln ab 1794 zur "Grande Nation" gehörte galt diese Verordnung auch hier. Angeblich stammt sogar der Name "Melaten" vom französischen "malade" ab. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Ursprung (auch des französischen Wortes) auf den lateinischen Ausdruck "male habitus" = schlechter Zustand zurückzuführen ist. Auf die Leprakranken, die im 12. Jahrhundert dort lebten, wo heute der Melatenfriedhof angelegt ist, traf dieser Begriff wahrlich zu. 

In Paris wurde bereits 1804 ein Friedhof gemäß napoleonischer Vorgabe angelegt, der auf dem Pflichtprogramm jedes Touristen steht: der Friedhof Père Lachaise. Er diente Ferdinand Franz Wallraf als Vorlage für den Melatenfriedhof, der sechs Jahre später eröffnet wurde.

 


Beide Friedhöfe sind mit etwas mehr als 40 Hektar Fläche etwa gleich groß, jedoch von sehr unterschiedlichem Charakter. Das französische Vorbild entspricht eher einer Hanglage, die teilweise mit Treppen überwunden werden muss. Unebene Kopfsteinpflasterstrassen machen "Barrierefreiheit" hier zu einem Fremdwort. Die Grabstätten wirken wie kleine Gebäude, die unglaublich dicht zusammenstehen. Das führt dazu, dass auf dem Friedhof Père Lachaise bei gleicher Größe etwa 20.000 Menschen mehr bestattet sind als auf Melaten. Das Kölner Pendant ist dagegen eine grüne Oase mit reichlich Freiflächen mit vergleichsweise kleinen Grabstätten. Die Wege sind gut begeh- und befahrbar, seit kurzem ist auch der Gebrauch von Fahrrädern erlaubt..

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Das "Gelbe Wunder" im Perlenbachtal

Jedes Jahr, etwa zur gleichen Zeit, geschieht im Perlenbachtal bei Monschau-Höfen das "Gelbe Wunder": wenn außer ein paar Buschwindröschen und dem unvermeidlichen Löwenzahn  noch fast nichts blüht tauchen Millionen von Narzissen die Wiesen links und rechts des doch recht ansehnlichen Baches in ein gigantisches Blütenmeer. Die hier wild wachsende Gelbe Narzisse „Narzissus pseudonarcissus“ ist die Wildform der bekannten Osterglocke.

Im Monschauer Ortsteil Höfen gibt es einen (kostenpflichtigen) Parkplatz; von dort ist der Zuweg zum Perlenbachtal mit einer Narzisse markiert.  Nach Querung einer Strasse kommt der Wanderer hinter einer Brücke zu einer Gabelung: rechts geht`s ins Perlenbachtal, und nach etwa einem Kilometer ist rechts, gerahmt vom Lauf des Perlenbachs, die erste Wiese mit Tausenden von Blüten zu sehen. Tatsächlich wird der Blütenteppich immer prächtiger, je weiter man dem Perlenbach entgegenwandert. 

Diese Fotos zeigen links die Markierung der Narzissen-Route. In der Mitte ist eine Wiese zu sehen, die sich am Abzweig Richtung Fuhlsbachtal befindet.

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Japan in Flittard

Viele von Ihnen kennen den Japanischen Garten, der auf einer Fläche von 15.000 m² im Schatten des Bayer-Kreuzes angelegt wurde. Allerdings befindet er sich nicht auf  Leverkusener Stadtgebiet, sondern ganz knapp auf Kölner Grund und Boden, nämlich im Stadtteil Flittard.

Es war der frühere Generaldirektor und Vorstandsvorsitzende der Bayer AG Prof. Carl Duisberg, der sich auf Geschäftsreisen nach Asien für die dortige Gartenkunst begeisterte und diese Faszination zwischen 1912 und 1914 in diesem Garten direkt vor dem Werkstor zum Ausdruck brachte. Er ist Teil des 22 Hektar großen Carl-Duisberg-Parks.

 

Etwa ein Fünftel des Japanischen Gartens nehmen Wasserflächen und -läufe in Anspruch. Über Brücken und große Steine können diese über- und gequert werden. 

Markantestes Gebäude ist eine Teehaus in der Mitte der Anlage, weitere chinesisch/japanische Elemente sind Buddhas und Amphoren, die unter Pflanzen oder den verschiedenen Teichen zu finden sind.

Jetzt im zeitigen Frühjahr sind es vor allem die Kamelien (oben) und die Magnolien (unten), welche die Besucher in Scharen in den Japanischen Garten locken. Die vielen Jahrzehnte alten Gehölze bestechen durch ihre Größe und ihre Vielfalt. 

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Prunk unter Tage: die Grabkammer in Köln-Weiden

Ist das typisch Köln? Da gibt es ganz im Westen, genauer etwa 400 m stadtauswärts ab der Haltestelle Weiden/Schulstrasse eine der größten und beeindruckendsten römischen Grabkammern nördlich der Alpen und kaum einer weiß etwas davon.  Direkt an der Aachener Straße gelegen ist sie zur Zeit an jedem dritten Samstag im Rahmen von öffentlichen Führungen zu besichtigen, ich habe diese Möglichkeit im Februar 2019 genutzt.

So unscheinbar präsentiert sich die Grabkammer in Weiden an der Aachener Strasse 1328 von außen. Durch das kleine Türchen links gelangt der Besucher in den oberen Teil der Anlage, der als Schutzbau bezeichnet wird. Früher befand sich hier ein römischer Tempel, der aber nicht mehr existiert. Nach dem zufälligen Fund bei Erdarbeiten Mitte des 19 Jhdts. und dem Ankauf der Anlage durch den preußischen Staat wurde niemand Geringerer als Ernst Friedrich Zwirner, der bis zu seinem Tod für die Komplettierung des Kölner Doms zuständig war, mit der Rekonstruktion und der Restaurierung der Grabanlage betraut. 

Damit die Öffentlichkeit Zugang zu diesem einmaligen Befund bekommt, errichtete Zwirner zusätzlich noch ein Wohnhaus für den "Chaussee-Aufseher" und dessen Familie, auf dem Bild rechts zu sehen. In diesem Gebäude wird zur Zeit eine Dauerausstellung eingerichtet, die Mitte des Jahres eröffnet wird. 


Diese beiden Säulen sind das Einzige, was von dem früheren Tempel noch übrig ist. Sie sind in dem Zwirnerschen Schutzbau aufgestellt, der mit seinen Säulen und Gewölben ein eine kleine Kapelle erinnert. Das Mauerwerk besteht aus handgemachten Ziegeln, keiner gleicht dem anderen. Was die Besucher vielleicht vermissen werden sind Info-Tafeln, Vitrinen und Ähnliches. Die Absicht dahinter ist es, die Grabkammer im bestmöglichen Originalzustand zu präsentieren. Deshalb dürfen nur Gruppen in Begleitung eines Guides betreten, damit das so bleibt. An meinem Besuchstag hat uns Prof. Dr. Heinz Günter Horn geführt, nach eigener Aussage früher einmal der "oberste Denkmalschützer von Nordrhein-Westfalen". Heute ist er Vorsitzender des Vorstands des Fördervereins Römergrab Weiden e.V. und versteht es darüber hinaus, den Gästen in launiger Weise und verständlich die Grabkammer und ihre Geschichte zu präsentieren.


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Das Christkind im Pittermännchen

Seit 2001 wird zur Weihnachtszeit in der Kirche St. Andreas, einen Steinwurf entfernt von Kölner Dom in der Komödienstrasse gelegen, eine Brauerkrippe aufgebaut. Bier und Kirche, werden Sie fragen, wie passt das denn zusammen? Es ist ganz einfach: die dem katholischen Glauben verpflichteten Gilden und Zünfte des mittelalterlichen Köln stellten ihre Gemeinschaften immer unter den Schutz eines Heiligen;  im Fall der Kölner Brauer war das der Dominikaner Petrus von Mailand. Dieser war im 13. Jahrhundert ein hochrangiger Prediger und Inquisitor in Norditalien, den von seinen Gegnern mit einem Schwerthieb durch den Kopf getötet wurde. Schon ein Jahr später wurde er heiliggesprochen, und die Kölner Brauer kamen mit den Dominikanern, die gerade in Köln Fuß gefasst hatten, überein, ihn als ihren Schutzpatron anzunehmen.

St. Andreas ist heute die Stammkirche der Kölner Brauer. Am 29.  April findet dort aus Anlass des Namenstags des Schutzheiligen ein großer Festgottesdienst statt.

 

1911 stifteten die Kölner Brauer bereits einen Altar, der in der "St. Petrus von Mailand"-Kapelle aufgestellt wurde. Als vor einigen Jahren der Wunsch nach einer eigenen Krippe für die Brauer entstand, wurde beschlossen, die von der Unkeler Künstlerin Hildegard Neunkirchen geschaffenen Tonfiguren  eben hier aufzustellen. Gezeigt werden Menschen, die im 18./19. Jahrhundert im Umfeld der Kölner Brauhäuser zu finden waren.

 

Hier ist allerdings erst einmal die Heilige Familie zu sehen. Das Jesuskind liegt nicht wie üblich in einer Krippe, sondern in einem halben "Pittermännchen". Das ist die lokale Bezeichnung für ein kleines Fässchen mit leckerem Kölsch.

 

 


In der Brauerkrippe finden sich noch einige Figuren, die üblicherweise nicht am Stall von Bethlehem vorkommen. Hier eine kleine Auswahl (v.l.n.r.):

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Auf der Jagd nach dem blauen Stein

Wer im mittelalterlichen Köln an den "Blauen Stein" gestoßen wurde, dessen letztes Stündlein stand kurz bevor: mit diesem Akt wurden damals die Todesurteile bestätigt, anschließend ging´s per Armesünderkarren auf den Richtplatz nach Melaten. Wer bei blauen Steinen in Richtung Edelsteine denkt kommt da schon eher in die richtige Richtung. Am ehesten fällt einem da der Saphir ein, in der Eifel gibt es jedoch ein Mineral, das möglicherweise viel seltener ist. Es hört auf den etwas gewöhnungsbedürftigen Namen Haüyn und ist einem eng begrenzten Bereich südlich des Laacher Sees zu finden. 

Links der "Krufter Ofen"; unterhalb dieses Berges können mit Glück und Ausdauer Haüyne gefunden werden. Rechts ein Blick von der "Teufelskanzel" auf dem "Krufter Ofen" hinunter in das Rheintal (ganz links: AKW Mülheim-Kärlich)

Der heutige Laacher See ist das Überbleibsel eines Vulkans, der erdgeschichtlich gesehen erst vor wenigen Sekunden, nämlich vor etwa 13.000 Jahren ausgebrochen ist. Experten unterscheiden drei Phasen, die der Wind in drei Fächern südlich des Vulkans verteilt hat.  Beim "Grande Finale" leerte sich die Magmakammer und schleuderte alles, was sich am Boden angesammelt hat, heraus. Darunter waren auch die Haüyne, die heute als Anhaftungen im Bimsgestein gefunden werden können. Glücksrittern und Spekulanten sei aber verraten: was hier in der Regel ans Tageslicht kommt ist vielleicht 1-2 mm groß, vielfach noch darunter. Alles darüber hinaus ist extrem selten; der größte bisher gefundene Stein war im übrigen  3,2 cm groß und wurde (natürlich!) hier am Laacher See ausgegraben.

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Köln von oben im Gyrocopter

Es ist jetzt zwei Tage her, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Gyrocopter oder Tragschrauber unterwegs war und ehrlich: ich kriege immer noch nicht das Grinsen aus meinem Gesicht. Diese Miniflieger werden über einen Propeller, der an einen 115-PS-Motor gekoppelt ist, vorwärts getrieben, eine zweiter Propeller wird passiv durch den entstehenden Fahrtwind aktiviert und sorgt dafür, dass das knapp 300 kg schwere Gefährt schon noch wenigen Metern den Boden verlässt. 

Bei Robert Krause, in Personalunion Inhaber und Pilot der Firma Sichtflug, hatte ich einen Rundflug über Köln gebucht. Der Heimatflughafen des Tragschraubers mit der Kennung D-MBGO ist St. Augustin-Hangelar, dort ging die Reise los. Vorher wurde ich in einen Overall gepackt und mit den wichtigsten Informationen über die bevorstehende Route und sowie die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen versorgt. Der obligatorische Helm ist mit Kopfhörern und einem Mikrofon ausgestattet, was die Konversation mit dem Piloten ermöglicht (abgesehen davon, dass auch der Funkverkehr der "großen" Maschinen zu hören ist, die Köln/Bonn anfliegen). Ungewohnt: das Fluggerät ist an den Seiten und oben offen. Etwas Schutz bietet eine Windschutzscheibe, ansonsten hat der Wind freies Spiel. Ganz ehrlich: ich habe ein paar Minuten gebraucht, um mich an die etwas exponierte Position zu gewöhnen, danach hat aber der Spaß die Oberhand gewonnen. 

Auf diesem Bild ist die Phase kurz vor dem Start zu sehen. Nach wenigen Metern hob der Gyrocopter von der Startbahn ab, um zunächst in 450 m Höhe den Rhein entlang Richtung Köln zu fliegen.

Durch seine offene Bauweise ist der kleine Tragflügler bestens dafür geeignet, Fotos aus der Vogelperspektive zu machen, allerdings zerrt der Fahrtwind schon einmal heftig am Objektiv. Und: er reagiert ziemlich sensibel auf kleine Windböen. Wir hatten aber einen ruhigen Tag erwischt und meine prophylaktisch eingenommene Reisetablette tat ganz gute Dienste.


Der Anflug auf Köln:

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Stampfbeton sakral - Die Bruder-Klaus-Kapelle

Ganz ehrlich: als ich die Bruder-Klaus-Kapelle vom Parkplatz in Wachendorf aus zum ersten Mal aus der Entfernung gesehen habe, habe ich sie für einen Getreidesilo gehalten, bei dem das Raiffeisenlogo vergessen wurde. Sie stand da in einem Stoppelfeld, hoch aufragend, in einem warmen Beigeton und hatte so gar nichts Sakrales. 

Sie ist das Werk des Schweizer Architekten Peter Zumthor, der vor einigen Jahren in Köln für die Kolumba, das Erzbischöfliche Diozäsanmuseum, verantwortlich zeichnete. Diese Arbeit weckte seinerzeit die Aufmerksamkeit des Wachendorfer Landwirts Hermann-Josef Scheidtweiler und dessen Familie. Sie fragten an, ob er nicht eine dem heiligen Niklaus von der Flüe geweihte Kapelle entwerfen wolle, die aus "Dankbarkeit für ein gutes Leben" gestiftet werden sollte. Der Stifter in spe hatte Glück: der Namensgeber war der Lieblingsheilige der Mutter des Architekten und zudem Schweizer. Nach einiger Bedenkzeit sagte Zumthor zu und verzichtete sogar auf sein Honorar (nicht ohne den Hinweis übrigens, dass Scheidtweiler sich das ohnehin nicht hätte leisten können).


Links: Infotafel am Parkplatz in Wachendorf, Eingangsseite der Bruder-Klaus-Kapelle, Blick über die Stoppelfelder


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Kölner Kultursprint in Bad Breisig


Am 29.05.2018 hatte ich die Gelegenheit, meinen "Kölner Kultursprint" quasi als "Auswärtsspiel" im Hotel Rhein-Residenz in Bad Breisig vorzutragen.  Die Veranstaltung, bei der ich musikalisch von Michael Kühne (Klavier) und Markus Walgenbach (Gitarre) begleitet wurde bildete den diesjährigen Abschluss der Reihe "Kultur im Hotel".

 

Lesen Sie hier einen Bericht aus der Bad Breisiger Lokalpresse: 

Guidemichael unterwegs: Stromboli

Das Siebengebirge besteht in weiten Teilen aus erloschenen Vulkanen. An einigen Stellen, am besten am Weilberg, können wir seine Entstehungsgeschichte nachvollziehen. Hier herrscht seit Millionen von Jahren Ruhe, ich hingegen wollte endlich richtige Lava sehen. Während aktuell einige aktive Vulkane in Mittelamerika und auf Hawaii die Bewohner in Angst und Schrecken versetzen gibt es in Europa, und zwar  in Süditalien, eine Möglichkeit, einen Vulkanausbruch live und aus sicherer Warte zu erleben: auf Stromboli, nördlich von Sizilien gelegen und zu den  sieben Äolischen bzw. Liparischen Inseln zählend.


Aufwendige Anfahrt: zu Fuß zum Bahnhof, per Flugzeug mit Umstieg in München nach Catania, per Bus zwei Stunden nach Milazzo, dann  noch einmal zwei Stunden mit der Fähre nach Stromboli, rechts: Smoke On The Water: ein erster Blick auf den rauchenden Riesen


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Letzte Ruhe, wörtlich genommen: Der Waldfriedhof in Rhöndorf

v.l.n.r.: "grüne Oase", Grabmal mit indischer Gottheit, der Teich, ein Hohlweg am oberen Ende des Friedhofs


Wenn Sie am Ende Ihrer Tage im wahrsten Sinne des Wortes Ihre letzte Ruhe finden wollen, dann gibt es kaum einen schöneren Ort als den Waldfriedhof in Rhöndorf. Vor knapp 100 Jahren wurde er außerhalb des malerischen Rhöndorf, praktisch auf der grünen Wiese oder besser: an einem grünen Hang angelegt. Brezelartig angelegte Wege erschlossen seinerzeit das terrassierte Gelände. Heute sind die Bäume groß  und bilden eine grüne Oase zusammen mit der Bewaldung des Siebengebirges. Die Brunnen für die Bewässerung der Grabstätten werden aus Quellen der Umgebung gespeist.  Der grün bedeckte Teich zwischen dem alten und dem in den 1960er Jahren angelegten neuen Teil diente einst als Reservoir für die Fontäne der "Villa Merkens", heute "Haus im Turm".


Zum Waldfriedhof gelangen Sie über Rhöndorf (Am Ziepchensplatz bei der Bäckerei Profitlich abbiegen) oder noch besser im Verlauf einer Wanderung, denn oberhalb des Waldfriedhofs verläuft ein Wanderweg (Eingang siehe Foto)

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Alles in Pink - Kirschblüte in Bonn

In diesem Jahr hat sie etwas auf sich warten lassen, aber jetzt ist sie voll im Gange: die Kirschblüte in der Bonner Altstadt rund um die Heer- und die Breite Straße. Sie sorgt alljährlich dafür, dass die Zahl der Touristen aus Japan, China und anderen asiatischen Ländern in diesen Tagen sprunghaft ansteigt und Ludwig van B. vorübergehend nur die Nummer Zwei in der ehemaligen Bundeshauptstadt ist.

 

Die Vergänglichkeit der Kirschblüte  ist zum Inbegriff japanischer Ästhetik geworden. Die Bäume tragen nämlich keine Früchte, der ganze Aufwand dient lediglich der Schönheit. Sobald sich die üppige Pracht zeigt feiern die Japaner das Kirschblütenfest, in ihrer Sprache "Hanami" genannt. Die etwa zehntägige Blütezeit wird für ausgelassene Feste unter freiem Himmel genutzt.

 

 

 

 

Bilder aus der Heerstrasse


Bonn kam eher zufällig zu dieser Touristenattraktion: im Rahmen einer Sanierung der Altstadt Mitte der 1980er-Jahre sollte die Begrünung der Straßen eigentlich mit Weißdorn erfolgen. Dumm nur, dass alle Bestände seinerzeit mit "Feuerbrand", einer durch Bakterien verursachten, gefährlichen Pflanzenkrankheit, befallen war. Da mussten die Verantwortlichen nehmen, was da war, also fiel die Wahl auf "Prunus serulata", die "Japanische Zierkirsche", die in ausreichender Zahl verfügbar war.

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Köln von oben - ohne Schweiß

533 Stufen auf engen Wendeltreppen zu bewältigen um die Stadt am Rhein von oben zu sehen - das ist vielen Besuchern, Einheimischen und Immis einfach zu viel. Auf der "Schäl Sick", also in Deutz, gibt es jedoch eine Alternative, die es auch den Gebrechlichen, Unsportlichen und Bequemen ermöglicht, einen Blick aus luftiger Höhe auf Köln zu werfen: die Rede ist vom KölnTriangle, manchmal auch (fälschlicherweise), LVR-Turm genannt (Bauherr waren seinerzeit die Rheinischen Versorgungskassen, deren Träger der Landschaftsverband Rheinland = LVR ist). Das Gebäude, das in seiner Grundform ein Dreieck darstellt, wurde 2006 eingeweiht.

Ein Expressaufzug katapultiert die Besucher in wenigen Sekunden auf die Aussichtsplattform in 103,5 m Höhe, die Fahrt hinauf kostet € 3,-- pro Person (Gruppen ab 5 Personen: € 2,50 pro Person).  In Spitzenzeiten sollte etwas Wartezeit einkalkuliert werden, sowohl hinauf als auch wieder herunter.


Beim Betreten der Plattform fällt der erste Blick auf die bekannte Silhouette von Köln mit seinem Dom, dem Fernsehturm "Colonius" und dem höchsten Bürogebäude der Stadt, dem Mediaturm (148,5 m). Unten fließt majestätisch der Rhein vorbei, natürlich ist auch die Hohenzollernbrücke mit ihren Zig-Tausend Schlössern  zu sehen.


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Der nackte Kaiser von Köln

Manchmal, liebe Leser, ist es nützlich, den Blick nach oben zu wenden, denn auch in Höhe der ersten Stockwerke verschiedener Gebäude in Köln gibt es Interessantes, Kurioses und bisweilen Lustiges zu sehen.

Ein schönes Beispiel dafür ist das Geschäftshaus in der Brückenstrasse 17, schräg gegenüber von St. Kolumba und in der gleichen Häuserzeile gelegen wie das Disch-Haus (--> Manufactum).  Ursprünglich 1914 gebaut wurde es nach teilweiser Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in der 1950er Jahren wiederaufgebaut. In früheren Zeiten diente es zunächst dem Modehaus Salomon und später der Modeunion als repräsentatives Geschäftslokal in der Kölner Innenstadt.

Da ist es mehr als passend, dass in der Fassade oberhalb des Schaufenster das Märchen "Des Kaisers neue Kleider" des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen dargestellt ist.


Der Kaiser nämlich liebte schöne, schicke Kleider über alles, am liebsten betrachtete er sich vor dem Spiegel und probierte neue Roben aus.

 

Davon hörten zwei betrügerische Weber. Diese gaben vor, aus feinster Seide Stoffe zu weben, die nicht nur durch ihre Farben und Muster zu gefallen wussten. Vielmehr besaßen sie die Eigenschaft, nur von gescheiten Leuten gesehen zu werden und solchen, die sich ihres Amtes als würdig erweisen.

Das war natürlich ganz nach dem Geschmack des Kaisers. Er übergab den beiden ein Handgeld, damit sie die Rohstoffe für ihr Unterfangen kaufen konnten. Diese steckten das Geld jedoch für sich ein und taten am leeren Webstuhl nur so, als ob sie die wunderbarsten Stoffe mit den exquisitesten Mustern weben würden.

 

 

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